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Wie alles begann... |
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Wie alles begann - wie wir zur Rohfütterung kamen: Seit meiner Kindheit begleiten Katzen mein Leben, ich finde diese Tiere geheimnisvoll, liebe ihren eigenen Kopf und dachte, dass ich meine Tiere gut und gesund ernähre. Ein kleiner Kater, den ich Lucky nannte, der Name sollte ihm Glück bringen, fand mich im Jahre 1988. Ich holte diesen kleinen Schatz mit 8 Wochen bei einer Bekannten ab und ernährte ihn mit Trockenfutter und diesen vielen kleinen, bunten Leckerlies. So war er es gewohnt und man legte mir auch an das Herz, dass ich diese Ernährung weiterführen sollte, da dies gut für Lucky sei. Lucky wurde im Alter von 9 Monaten ein Freigänger. Er ging morgens aus dem Hause, ich zur Arbeit und am Abend stand er wieder vor der Türe und wir verbrachten so manchen Abend wie ein altes Ehepaar. Da Lucky nicht immer den Tag draußen verbringen wollte und sich alleine langweilte kam ein Katzenmädchen dazu, das ich Mona nannte. Die beiden verstanden sich von Anfang sehr gut und ihre kleine Welt war perfekt. Lucky und Mona gingen zusammen morgens in die Freiheit, sie weiteten immer mehr ihr Revier aus und manche Nacht war ich unterwegs und suchte meine beiden Nasen. Eines Tages kam Mona nicht mehr nach Hause und Lucky stand mit großen, fragenden Augen vor mir. Immer wieder schickte ich ihn los um seine Freundin zu suchen. Vergeblich! An einem Abend kam Lucky sehr aufgeregt nach Hause und forderte mich auf ihm zu folgen. Er führte mich an eine Bahnbrücke und ich sah schon von weiten, dass dort eine Katze lag. Es war Mona, die wohl von einem Zug erfasst worden war und zur Regenbogenbrücke gehen musste. Traurig habe ich mein Mädchen beerdigt und Lucky war noch tagelang unterwegs und verweilte an dem Ort des Unglücks. Nun war Lucky wieder alleine und sein Kummer wollte nicht enden. Er mochte sein geliebtes Trockenfutter nicht mehr so gerne und auch die Leckerlies konnten ihn über den Verlust seiner Freundin nicht trösten. Er baute immer mehr ab und eines Tages entdeckte ich, dass er nicht mehr pinkeln konnte. Ein Besuch beim Tierarzt ergab, dass Lucky’s Harnröhre mit Harngries verschlossen war und er musste 4 Tage in der Klinik bleiben, wurde entblockt und täglich durchgespült, bis seine Blase wieder sauber von diesem Gries war. Ich bekam für ihn ein extra gutes Trockenfutter mit, dass er ein paar Monate fressen sollte. Es wurde keine Nachuntersuchung gemacht und ein Blutbild schon gar nicht. Ich war froh und glücklich meinen „ man in black" wieder bei mir zu haben. In dieser schweren Zeit hörte ich von einer Bekannten von einer Züchterin, die Perserkatzen verschenkte, da sie die Tiere nicht verkaufen konnte. Ich habe ungesehen einem kleinen, einjährigen Mädchen ein Zuhause gegeben. Sie wurde mir gebracht und ich sah den Grund, weshalb sie nicht verkäuflich war. Sally hatte kein Näschen, einen starken Überbiss, sah aus wie ein Kitten, zart, klein, zerbrechlich und zeigte keine Regung der Freude. Sie spielte nicht und saß den ganzen Tag in einer Ecke, mein „Träumerle", wie ich sie zärtlich nannte, hatte mein Herz erobert. Lucky war nicht begeistert von unserem Neuzugang und er ging alleine seinen Weg. Die beiden duldeten sich und oft lagen sie auch zusammen auf dem Bett, aber Sally war nicht Mona. Sally wollte keine Freigängerin sein und blieb die meiste Zeit auf der Terrasse sitzen oder lag unter einem Busch in meinem kleinen Garten. Lucky’s Harnröhre und Blase war wieder mit Harngries verklebt und er musste wieder stationär entblockt und durchgespült werden. Der Tierarzt redete von einer Penisamputation, dann wäre das alles kein Thema mehr und wir hätten endlich Ruhe von diesem Harngries. Wieder bekam ich dieses teure Trockenfutter in die Hand gedrückt und sollte ihm es für immer geben. Kein Blutbild, keine Nachuntersuchung. Sally war schon verschnupft, als sie bei uns eingezogen ist und hatte immer wieder Durchfall. Auch mit der Sauberkeit hatte sie so ihre Probleme, die kleine Dame putzte sich nicht . Sie fraß ihr Trockenfutter aus der Pfote, da sie die Stückchen nicht mit dem Kiefer aufnehmen konnte. Nachforschungen haben dann ergeben, dass mein kleiner Schatz ein Jahr in einem Keller ohne Tageslicht verbringen musste mit sehr vielen anderen Katzen. Sally schlief den ganzen Tag und vergaß zu fressen. Immer wieder musste ich sie wecken und vor ihren Teller setzen. Der Schnupfen wurde immer schlimmer und ich konnte mein Mädchen nicht kastrieren lassen, weil das Risiko der Narkose zu hoch war. Die Besuche bei den Tierärzten hatte nicht die Erfolge. Sie erhielt geheimnisvolle Spritzen, meinem Mädchen ging es nicht besser, dafür wurde mein Geldbeutel immer schmaler.. Ein einsamer Wanderer Eines Tages saß ein schwarz-weisser Kater vor der Eingangstüre ( wir waren von einer Wohnung in ein Haus gezogen ) und hatte beschlossen einzuziehen. Lothar, so nannte ich ihn, kam mit Lucky überhaupt nicht klar und die beiden Herren prügelten sich, bis das Blut floss. Ich musste Lothar 14 Tage isolieren, damit ich das schlimmste vermeiden konnte. Lothar war in einem schlimmen Zustand und die Nachbarn wollten einen Katzenfänger anrufen, weil sie Angst hatten, dass Lothar ansteckende Krankheiten haben könnte. Er war kahlgeschoren und sein ausgehungerter Körper war voller Narben, frischer Wunden und einem Ausschlag. Das neue Familienmitglied war zudem sehr aggressiv und voller Angst. Dennoch zeigten mir seine Augen, dass er bleiben wollte und ich gab ihm Bachblüten gegen seine Aggressionen und Ängste. Er nahm zu und seine Haare wuchsen nach und ein wunderschöner Kate kam zum Voschein, der sich auch mit Lucky einigermaßen vertrug. Sie haben sich nicht geliebt und mit viel Zuneigung und Geduld haben sie sich angepaßt. Zwischenzeitlich war Sally 3 Jahre alt und der Schnupfen war ein wenig besser und ich konnte sie endlich kastrieren lassen. Sie hatte schon Verwachsungen im Bauchraum und vereiterte Geschwüre und Zysten an und in der Gebärmutter. Es war höchste Zeit. Nach der Operation baute Sally immer mehr ab, sie brauchte volle 8 Tage, bis sie wieder normal laufen konnte. Die Narkose war für eine Maskenkatze zu stark gewesen, da hatte der Tierarzt nicht darauf geachtet. Ich hatte große Angst sie zu verlieren. Es wurden Schnelltests gemacht und bei Sally wurde die Diagnose „FeLV positiv" festgestellt. Die Diagnose war niederschmetternd für uns alle und der Tierarzt gab Sally keine Chance. Sie bekam so viele mir unbekannte Medikamente und Spritzen und eine Interferon-Kur schaffte endlich den Durchbruch und Sally begann wieder zu leben. Sie erholte sich nun schnell von der Operation und fraß auch wieder alleine. Die Diagnose FeLV stand aber immer noch im Raum und auf Anraten der Tierärzte sollte ich sie von Lucky und Lothar isolieren, bis man die beiden Kater gegen Leukose impfen könne. Also zog Sally in mein Zimmer ein und lebte dort fast 3 Monate bei mir. Immer die Angst im Rücken bei mir, dass mein kleines Mädchen sterben wird. Zu der ganzen Aufregung mit Sally fing Lucky an unsauber zu werden und markierte an vielen Stellen im Haus mit seinem Urin. Ich verstand meinen Schatz nicht und konnte mir nicht erklären wieso er dies tat. Er nahm ab, er fraß nicht mehr gerne sein Trockenfutter und hatte keinen Spaß mehr am Leben draußen. Er saß nur in der Ecke herum und starrte vor sich hin. Zusätzlich übergab er sich ab und an und brach sein ganzes Futter heraus oder weisses Magenwasser. Sein Kot sah auch anders aus als sonst, er glänzte und die Häufchen waren groß. Ein Besuch beim Tierarzt hat ergeben, dass er wohl eine Magen-Darm-Verstimmung hatte und alles nicht so schlimm sei. Er bekam einige Spritzen und ich sollte ihm nun eine Dosennahrung geben, die wäre gut für ihn und alles würde gut werden. Lucky ging es in den nächsten Tagen immer schlechter. Er verweigerte die Nahrung, ja, er ekelte sich direkt vor dem Futter und wenn er etwas fraß, dann musste er sich gleich wieder übergeben. Seine Häufchen waren nun auch viel heller als sonst. Ich bemerkte, dass seine Flanken aufgegast aussahen und wenn ich ihn hochheben wollte, dann schrie er. Kurz vor Mitternacht fuhr ich in die Klinik mit ihm und er wurde geröntgt und man entdeckte Fremdkörper im Darm. Da es zeitlich zu spät war für eine Operation bekam er ein Schmerzzäpfchen und sollte gleich am nächsten Morgen operiert werden. Ich fuhr alleine nach Hause. Irgendwie ging die Nacht vorbei und es kam am frühen Vormittag ein Anruf aus der Klinik. Sie hatten Lucky’s Bauch geöffnet und die Fremdkörper aus dem Darm entfernt. Es waren „Fettsteine". Diese Fettsteine hatten den Darm blockiert und außerdem stellten sie bei Lucky noch andere Erkrankungen im Bauchraum fest. Es war nach der Meinung der Ärzte aussichtslos und sie rieten mir ihn nicht mehr aufwachen zu lassen. Da ich ein sehr inniges Verhältnis zu Lucky hatte bat ich um Bedenkzeit, nur ein paar Minuten, ich würde dann meine Entscheidung mitteilen. Ich nahm mental Kontakt zu Lucky auf und er teilte mir mit, dass er leben möchte. Ich teilte dies der Klinik mit und die Narkose wurde beendet. Nach ein paar Stunden stand der kleine Schatz für ein paar Minuten wieder auf wackeligen Füßchen. Die ersten 4 Tage erhielt er Infusionen, er bekam sehr viele Spritzen und Homöopathie. Zu allem Übel hatte sich jetzt noch ein Katzenschnupfen eingestellt und Lucky konnte nichts mehr riechen und verweigerte er die Nahrung. Wieder sah es kritisch aus und Lucky wurde von den Ärzten mit einer Futterspritze ernährt. 14 Tage fuhr ich morgens und abends zum Füttern in die Klinik, bestrahlte ihn mit Licht und dampfte Minze ab, damit er besser atmen konnte. Alle Mitarbeiter der Klinik liebten ihn, obwohl fast alle ein Pflaster an den Fingern hatten von seinen Bissen und er war fast nie alleine in seinem großen Gitterkäfig. Hier geht heute noch ein großer Dank an die Tierklinik Krafzel in Höchberg. Mailinglisten bei Yahoo Ich bin im Internet auf die Suche gegangen nach Hilfe, denn ich wollte meinen beiden Schätze zusätzlich helfen und unterstützen. Bei Yahoo war ich schon in verschiedenen Listen Mitglied, aber noch nicht in einer Katzenliste. Wieso auch? Meine Tiere waren immer gesund und wurden gut ernährt. Oder doch nicht? Auf der Suche nach Informationen über FeLV und Lucky’s Beschwerden stolperte ich immer wieder über Aussagen, die mich verwunderten. Da war die Rede von artgerechter Ernährung – von BARF – mir unbekannten Ausdrücken. Das industrielle Futter soll nicht gut sein und würde Spätschäden verursachen. Ich vertraute doch der schönen bunten Katzenwerbung, die nur das Beste für die Tiere wollte und an den Feiertagen gab es eine Schale „Festtagsmenue" für jedes Tier, da sie auch etwas besonderes erhalten sollten. Lucky durfte zudem immer die leeren Fischdosen von mir ausschlecken und bekam so manche Schleckerei vom Tisch. Ich habe mir viele Seiten angesehen und fand aber fast nur Informationen über Hunde und ihre Rohfütterung. Ich trat dann in eine Katzenliste ein und schrieb von Lucky’s Beschwerden und meinen Ängsten. Von einem Mitglied, Elfriede aus Wien, bekam ich sofort große Hilfe angeboten und diese liebe Person hat Lucky das Leben verlängert. Von ihr wurde auch bestätigt, was mir die Tierärzte mitgeteilt hatten. Er durchlebte gerade eine akute Bauchspeichelentzündung, hatte eine Fettleber und eine Darmlähmung. Elfriede arbeitete einen Therapieplan für Lucky aus und all diese Empfehlungen habe ich befolgt und an die Tierärzte weitergegeben. Lucky bekam nur noch Homoöpathie. Sie gab mir auch die ersten Tipps zur Rohfütterung. Kurz vor Weihnachten bekam er einen schlimmen Einbruch und die Ärzte legten mir Lucky in den Arm, er sollte Zuhause seinen Weg zur Regenbogenbrücke gehen können. Lucky’s Augen haben mir allerdings das Gegenteil gesagt und wir kämpften weiter. Noch immer wollte er nichts alleine fressen, obwohl sein Katzenschnupfen ausgeheilt war. Er hatte es wohl verlernt und so fütterte ich 6-8 mal täglich ihn aus der Hand mit kleinen Putenbruststückchen oder mit der Futterspritze. Eine Homöopathin vor Ort kam zu Lucky ins Haus und löste dann die Fresssperre mit einer einmaligen Gabe Homöopathie auf. Lucky fraß wieder selbstständig und das pünktlich zum hl. Abend. In diesem Jahr wollten wir keinen Weihnachtsbaum im Hause haben, weil alles so traurig war und als Lucky dann von selbst das erste mal fraß, bin ich noch schnell los und habe ein kleines Bäumchen für ihn geholt und geschmückt. Da er noch zu schwach war selbst zu seinem Bäumchen zu laufen hatte ich ihn mehrere Stunden auf dem Arm und seine Augen leuchteten. Die Darmlähmung machte immer noch Schwierigkeiten und Lucky hielt mir immer wieder sein Bauchi hin und ich massierte es mehrmals am Tag. Endlich das erste Häufchen und wir hätten alle tanzen können. Es waren noch viele Fettstückchen enthalten, die dann immer weniger wurden. Die Enzyme, die er von Anfang an in sein Futter bekam entlastete die Bauchspeicheldrüse und die regelmäßige Homöopathie tat den Rest. Lucky war über den Berg und in kleinen Schritten ging es ihm jeden Tag ein wenig besser. Die Leber und die Bauchspeicheldrüse haben sich völlig erholt und somit kam ich zur Rohfütterung. Mein früherer Trockenfutter-Fan wurde ein begeisterter BARFer! |